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V wie Vertikutieren

V wie Vermessung

1. Aufgabenstellung und Grundlagen

Vermessungstechnik, wozu?

Das Vermessen von Grundstücken wird aus drei verschiedenen Gründen durchgeführt:

1. Um die Lage, Größe und Form eines Grundstücks zeichnerisch als Lageplan darstellen zu können. Das ist die Voraussetzung jeder Planung. Selbst wenn amtliche Lagepläne vorliegen, müssen diese oft ergänzt werden durch das Einmessen von Bäumen oder neu erstellten Bauten.

2. Um Entwürfe (Planungen) vom Plan ins Gelände zu übertragen. Auf der Baustelle spricht man von Abstecken. Dies ist eine unerläßliche Maßnahme bei Landschaftsbauarbeiten, die vor und während der Bauzeit erforderlich wird.

3. Um nach der Fertigstellung von Anlagen die Leistungen festzustellen. Dieses Aufmaß ist dann die Grundlage für die Abrechnung von Baustellen.

Grundsätzliches

Das Aufmaß eines Grundstückes wird entweder auf einem Zeichenblatt festgehalten, oder die Zeichnung kann bei der Absteckung ins Gelände übertragen werden. Das Zeichenblatt müssen Sie sich als eine waagerechte (horizontale) Ebene vorstellen, auf dem eine Entfernung im Grundriß nur waagerecht gezeichnet werden kann. Ein Gelände ist nur selten eben, es weist mehr oder weniger Gefälle auf. Um nun die Entfernung zweier Punkte auf dem Zeichenblatt darstellen zu können, muß diese Entfernung im Gelände genau waagerecht, also horizontal gemessen werden. Man spricht von einer Horizontalprojektion, weil die Punkte auf eine horizontale Ebene projeziert werden. Dabei verkürzen sich im Gelände mit Gefälle verlaufende Strecken. Als Folgerung für Vermessungsarbeiten ergibt sich die Regel: Maße, die vom Gelände auf einen Plan oder vom Plan ins Gelände übertragen werden, müssen grundsätzlich immer waagerecht gemessen werden.

Das Aufmaß von Grundstücken bezeichnet man als Feldmessen, die Landvermessung als Geodäsie, den Landvermesser als Geodät, das Feldmessen auch als niedere Geodäsie.

Innerhalb des Feldmessens unterscheidet man arbeitstechnisch die Flächenmessung und die Höhenmessung. Feldmessen ist eine praktische Tätigkeit. Die Messungen und Verfahren bauen auf theoretischen Erkenntnissen auf.


2. Flächenmessung

Hier wird die Lage von Punkten in ihrer horizontalen Entfernung gemessen und dargestellt; ihre Höhe wird nicht berücksichtigt. Die zu messenden Punkte müssen im Gelände markiert werden. Auf festem Boden (auf Belägen, Beton usw.) werden mit Kreide Strichkreuze gemacht. Im Gelände verwendet man Zählnadeln, Holzpflöcke und Fluchtstäbe.


Geräte zur Flächenmessung

Zählnadeln
30 cm lange, 7 mm dicke Stahlnadeln, oben eine Öse oder eine Platte mit Loch, manchmal numeriert, oft farbig. Sie sind vor allem für die kurzfristige Festlegung von Punkten gedacht, z. B. beim Messen längerer Strecken.

Holzpflöcke
30-50 cm lang, 5-10 cm dick, Querschnitt rund oder eckig, angespitzt. Mit ihnen werden Punkte vorübergehend und auch längerfristig markiert, wobei für Markierungen, die länger im Gelände stehenbleiben, natürlich stabilere Hölzer verwendet werden. Bei Bedarf werden die Pflöcke mit Leuchtfarben gestrichen.

Fluchtstäbe
auch Pikett oder Baken genannt, sind 2 m lange Holz- oder Metallstäbe, im Abstand von 50 cm ab-wechselnd rot oder weiß gestrichen, unten eine mit Metall verstärkte Spitze. Man benötigt Stäbe, die oben mit Rot beginnen (vor hellem Hintergrund), und solche, die oben mit Weiß beginnen (vor dunklem Hintergrund).
Zum Arbeiten im Gelände braucht man mindestens einen Satz Fluchtstäbe, das sind 6 Stück, wovon die Hälfte oben mit Rot, die Hälfte mit Weiß beginnen sollte. Damit man Fluchtstäbe auch auf hartem Untergrund aufstellen kann, verwendet man sogenannte Fluchtstabhalter.

Geräte zur Streckenmessung

Bandmaße
Sie werden am häufigsten verwendet. Sie sind aus Stahl, Leinen, Kunststoff oder Stahl mit Kunststoffummantelung. Die Bandmaße sind 20-30 m lang und werden durch einfache Kurbeln aufgerollt

Stahlbandmaße sind sehr maßgenau, aber relativ schwer. Sie sind nach Gebrauch sorgfältig zu reinigen, sonst rosten sie und können nicht mehr abgelesen werden. Beim Gebrauch ist besonders darauf zu achten, daß sich keine Schlaufen und Knicke bilden; das Band wird dadurch unbrauchbar. Die kunststoffumhüllten oder beschichteten Bänder rosten nicht, müssen aber trotzdem schonend behandelt werden.

Leinenbandmaße sind leicht im Gewicht und einfach in der Handhabung. Leider sind sie nicht maßgenau, sie dehnen sich bei Nässe erheblich. Steht für Messungen mit hoher Genauigkeit kein anderes Bandmaß zur Verfügung, muß das Band vorher durch Kontrollmessung geeicht werden.

Kunststoffbandmaße aus Stilon oder Metralon sind hinreichend maßgenau, leicht im Gewicht und einfach in der Handhabung.

Meßbänder
Sie werden vorwiegend von Geodäten verwendet. Sie sind aus Stahl, 20 m lang, 12 oder 20 mm breit und 0,4 mm dick, sehr meßgenau, aber relativ schwerfällig in der Handhabung.

Streckenmessung mit Bandmaßen bzw. Meßbändern.

Die waagerechte Lage des Bandmaßes wird durch das Anhalten eines Lotes kontrolliert, Bandmaß und Lot müssen einen Rechten Winkel bilden. Das Lot kann durch einen Fluchtstab ersetzt werden.

Gemessen wird immer am Boden. Bei längeren Strecken (länger als eine Bandmaßlänge) wird am Ende des Bandmaßes eine Zählnadel eingesteckt. Hier kann beim Wechsel wieder genau angelegt werden. Beim nächsten Umsetzen nimmt der Helfer die Zählnadel mit und hat dadurch eine Kontrolle über die Zahl der gemessenen Bandlängen.

Meßlatten
Sie sind etwas altertümlich anmutende Geräte. Sie sind 3 oder 5 m lang, aus Holz, haben einen ovalen Querschnitt (damit sie nicht wegrollen) und sind meterweise schwarz/weiß und rot/weiß gestrichen. Man verwendet sie immer paarweise, eine rote und eine schwarze Latte. Sie werden beim Messen wechselnd angelegt und erlauben vor allem im hügeligen Gelände sehr genaue Messungen. Auch bei Absteckarbeiten haben sie Vorteile. Ihre Länge wirkt sich nur beim Transport unhandlich aus.

Geräte zur Errichtung Rechter Winkel

Winkelspiegel
Er besteht aus einem Metallgehäuse, in dem zwei senkrechte Spiegel so angebracht sind, daß sie miteinander einen Winkel von 45° bilden. Über beiden Spiegeln befinden sich Öffnungen, die eine freie Durchsicht gestatten. Die Funktion des Winkelspiegels beruht nun darauf, daß der Betrachter seitwärts von ihm stehende Fluchtstäbe auf den Spiegeln sieht, durch die Öffnungen wird der im Rechten Winkel dazu stehende Fluchtstab ebenfalls sichtbar. Bringt man beide zur Deckung, bilden Gerät und sichtbare Stäbe einen Rechten Winkel.


Winkelprismen
Das Dreiseitprisma besteht aus einem gleichschenkligen, rechtwinkligen Glasprisma. Durch Spiegelung und Lichtbrechung werden die seitwärts stehenden Stäbe auf dem Gerät sichtbar. Indem man die Spiegelung mit dem einzuweisenden Stab zur Deckung bringt, bildet man einen Rechten Winkel.

Dreiseitprismen sind etwas genauer als Winkelspiegel und können nicht dejustiert sein. Beim Dreiseitprisma können die sogenannten Beweglichen Bilder eine Fehlerquelle darstellen, die entsteht, wenn der Lichtstrahl nicht zweifach gebrochen wird. Bei einiger Übung sind die Beweglichen Bilder (die keinen rechten Winkel zeigen) jedoch leicht zu erkennen.

Noch hochwertiger sind die Fünfseitprismen (Pentagon). Sie sind am genauesten, weil sich hier die Strahlen im Gerät kreuzen, also der Rechte Winkel nicht außerhalb des Gerätes gebildet wird. Außerdem entstehen bei ihnen keine Beweglichen Bilder.

Sehr vorteilhaft ist die Verwendung eines Doppelpentagons. Zwei Fünfseitprismen sind übereinander angeordnet, und zwar so, daß man mit einem Prisma die links stehenden Stäbe sieht und mit dem darüberliegenden die rechts stehenden Stäbe. Bringt man beide zur Deckung - man sieht sie im Spiegel übereinander stehen - so hat man sich selbst genau angefeuchtet.

Mit dem Doppelpentagon erübrigt sich das wechselseitige Einfluchten bei hügeligem Gelände. Im übrigen ist die Handhabung dieselbe wie bei Dreiseitprisma oder Winkelspiegel.

Kreuzscheibe
Die Kreuzscheibe ist ein kegelförmiger Metallkörper, 10 cm hoch, 14 cm Durchmesser, mit kreuzförmig angeordneten Zielschlitzen. Sie ist auf einem stabilen Metallstab geschraubt und hat eine Dosenlibelle zur Kontrolle der Senkrechtstellung. Die Kreuzscheibe dient zur Errichtung von Loten, indem man sie auf einem bekannten Fußpunkt einsetzt und durch die Schlitze die Fluchtstäbe einweist. Damit ist sie vor allem für Absteckungen geeignet, wobei sich ihr stabiler Bau und ihre robuste Handhabung sehr bewährt. Daneben ist ein großer Vorteil, daß man durch ihre Zielschlitze auch schräg, also bergauf oder bergab, zielen kann. Sie wird deshalb besonders viel im hügeligen Gelände (z. B. Süddeutschland) eingesetzt.

Vielfach ist auf der Kreuzscheibe ein Doppelpentagon aufgeschraubt, wodurch sie zum Universalgerät wird.



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